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Ausgewählte Werke der Künstlerin

Ana-Marija Markovina

Vorgestellt: Ana-Marija Markovina
Paul Badura-Skoda bezeichnete sie als eine der bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Generation. Führende Kritiker sind sich einig, dass sie mit der Gesamteinspielung aller Werke C.P.E. Bachs Musikgeschichte geschrieben hat, Rundfunksender in Europa, Nord- und Südamerika und Asien haben ihre Konzerte ausgestrahlt, und ihre Bücher haben ein großes Publikum gefunden: Die Rede ist von der Pianistin Ana-Marija Markovina.

Die gebürtige Kroatin, die seit ihrem zweiten Lebensjahr in Deutschland lebt, wusste schon im Alter von vier Jahren, dass die Musik ihr Weg sein wird. Das Klavierstudium führte sie nach Detmold, Weimar und Berlin, wo sie das Konzertexamen an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ ablegte. Wichtige Impulse erhielt sie von bedeutenden Lehrern wie Vitalij Margulis, Anatol Ugorski und Paul Badura-Skoda.

Ana-Marija Markovina tritt für eine Kunst ein, die nicht aus den Augen verliert, dass Musik Freiheit und das Risiko des Unvorhersehbaren braucht. Sie ist im besten Sinne eine ungewöhnliche Musikerin, die mit tiefer Leidenschaft und großem Können das Verborgene ans Licht bringt. Der Mensch hinter der Musik ist für sie immer Vorbild und Motivation und der psychologische Ansatz, der ihr diskografisches Repertoire besonders auszeichnet.

Konzertaktivität:
Ihre umfangreiche Konzerttätigkeit als Solistin führt Ana-Marija Markovina regelmäßig an die wichtigsten Podien im In- und Ausland, z.B. Philharmonie und Konzerthaus Berlin, Laeiszhalle Hamburg, Beethovenhalle Bonn, Prinzregententheater und Herkulessaal München, Liederhalle Stuttgart, Meistersingerhalle Nürnberg, Glocke in Bremen, Musikverein Wien, Parco della Musica Rom, Auditorium di Milano, St. John’s Smith Square London und viele andere.

Neben solistischen Auftritten gibt sie regelmäßig Orchesterkonzerte in Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Orchester Kiel, den Brandenburgischen Symphonikern, der Klassischen Philharmonie Bonn, der Neuen Westfälischen Philharmonie, dem Staatsorchester Schleswig-Holstein, dem Staatsorchester Darmstadt, Oulu Symphony Orchestra Finnland, Philharmonie Szczecin Polen, Mozart Orchester Liverpool, Radio-Philharmonie Bukarest und New Japanese Philharmonic Orchestra Tokyo.

Im Mai 2019 spielte sie beim Eröffnungskonzert des Hohenloher Musiksommers unter der Leitung von Yuri Gilbo die Uraufführung eines für sie geschriebenen Klavierkonzerts des Mailänder Komponisten Federico Biscione. Ihr Japan-Debüt fand im Rahmen des International Piano Festival in Yokohama statt. Danach wurde sie in alle großen Musikzentren Japans eingeladen.

Sie war zu Gast bei den Bachwochen Ansbach, dem Hamburger Bachfest, dem Schleswig-Holstein Musikfest, dem Klavierfestival Ruhr, dem Hohenloher Musiksommer, dem Beethovenfest Bonn, den Musikfestspielen Frankfurt und den Brandenburgischen Sommerkonzerten, Festival Europäische Wochen Passau, Semaine Sainte en Arles oder International Piano Stars Festival in Lettland.

Ana-Marija Markovina fühlt sich auch der zeitgenössischen Musik verpflichtet und arbeitet eng mit dem Komponisten Stefan Heucke zusammen. Dessen „Variationen mit Haydn op. 85“ hat sie 2017 unter der Kuppel des Berliner Reichstags uraufgeführt und 2018 beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit im alten Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung wiederholt. 2019 brachte sie Stefan Heuckes Diabelli-Variationen in Amsterdam zur Uraufführung; 2022 folgte die Uraufführung von Heuckes Klavierkonzert Op. 96 mit dem Sinfonieorchester Münster.

Diskografie und Rundfunk:
Etliche Rundfunkaufnahmen in Deutschland, Europa, Nord- und Südamerika, Russland und Asien, zahlreiche Konzertmitschnitte und ihre heute mehr als 50 CDs umfassende Diskografie runden ihr Profil ab und dokumentieren die unverwechselbare Handschrift Ana-Marija Markovinas.

Ihre „Spezialität“ sind Gesamtwerke und Weltersteinspielungen, wie das Gesamtwerk für Klavier von Felix Mendelssohn Bartholdy (2022), Anton Bruckner (2018), Anton Urspruch (2017), Carl Philipp Emanuel Bach (2014), Luise Adolpha Le Beau (2011) und Hugo Wolf (2008).

Die Auseinandersetzung mit der musikalischen Welt Carl Philipp Emanuel Bachs ist Ana-Marija Markovina ein besonderes Anliegen: Anlässlich des 300. Geburtstags wurde ihre Einspielung des Gesamtwerks für Klavier mit internationaler Anerkennung, Auszeichnungen und großem Medienecho gefeiert. Die Aufnahme wurde weltweit als diskografischer Meilenstein begeistert angenommen und mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2014 ausgezeichnet. „Markovina spielt fantastisch, das ist eine Tatsache, und Bachs Musik in seiner Phrasierung sieht großartig aus, vollkommen ausgewogen, bis ins letzte Detail ausgefeilt.“ (L’arte dela fuga). „Es ist sogar so, dass Markovina herausarbeiten kann, was an Carl Philipp Emanuel heute fasziniert – eben das Experimentelle und Unausgewogene, Antiklassische“ (Die ZEIT). Forbes Magazine, FonoForum und Archive Music erklärten die Aufnahme zu einer der erfolgreichsten und besten Aufnahmen des Jahres 2014, und der amerikanische Kritiker David Hurwitz zählte sie sogar zu „The 12 Greatest Boxed Sets Of All Time“.

2017 erschien eine Einspielung des gesamten Soloklavierwerks von Anton Urspruch bei Hänssler Classic und wurde in der Presse- und Feuilletonlandschaft gleichermaßen gefeiert. Besondere Aufmerksamkeit erregte 2018 die Einspielung des gesamten Soloklavierwerks von Anton Bruckner – darunter 13 Weltersteinspielungen. Im Frühjahr 2019 erschien „Nordic Music“, eine CD mit den Klavierkonzerten von Edvard Grieg und Franz Berwald bei Hänssler Classic, aufgenommen mit dem Schleswig-Holsteinischen Staatsorchester unter der Leitung von Peter Sommerer.

2022 ist ein 12-CD-Boxset mit sämtlichen Solo-Klavierwerken von Felix Mendelssohn Bartholdy bei Hänssler Classic erschienen. Es ist die bisher vollständigste Einspielung von Mendelssohns Klavierwerken. Erstmals chronologisch nach Mendelssohns Werkverzeichnis (MWV) geordnet, wurde die Aufnahme von Fachpresse und Publikum begeistert aufgenommen. Der berühmte Musikkritiker Raul da Gama schrieb in World of Music: „Ana-Marija Markovina nimmt in der Musik nichts als selbstverständlich hin. Das sollten auch Sie nicht, wenn Sie ihr zuhören. Wenn Sie wissen, wie Ihr Bach „läuft“, wenn Sie wissen, wie Ihr Chopin „läuft“ oder wie irgendjemand anderes „läuft“, dann ist dieses Set vielleicht nichts für Sie. Nicht, dass sie etwas wild Eigenwilliges oder gar Ikonoklastisches à la Glenn Gould tun würde. Gleichzeitig ist sie fast schon prophetisch, wenn es darum geht, Mendelssohns Poetik zu enthüllen und unseren Geist für die verlockende Möglichkeit zu öffnen, Mendelssohn neu zu entdecken – einen Komponisten und Klaviervirtuosen von beachtlichem Genie.“

2024 ist die 4 CD-Box „Stefan Heucke – Piano Works“ bei Hänssler Classic erschienen.

Volume 1 des Klavierwerks von Fanny Mendelssohn ist fertig aufgezeichnet und wird im Frühjahr 2026 bei Hänssler Classic erscheinen. Es ist das neueste Aufnahmeprojekt Markovinas.

Literarisches Schaffen und Forschung:
Der Schwerpunkt ihrer Arbeit als Wissenschaftlerin und Autorin erfolgreicher Bücher liegt in der Erforschung der Psychologie von Komponisten und der Erforschung der Seele ihrer Werke. Im Rahmen dieser Arbeit steht sie im Austausch mit Forschern auf dem Gebiet der Kreativitäts- und Hirnforschung. 2019 erschien ihr erstes Buch „Glücks-Spiel“, das sich mit den psychologischen, philosophischen und neuropsychologischen Grundlagen des Klavierspiels auseinandersetzt. Der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert schrieb über das Buch:
„Tatsächlich behandelt das Buch überraschend viele Aspekte des Spielens im Allgemeinen und des Klavierspiels im Besonderen, das Ana-Marija Markovina als „den Weg zum Glück“ beschreibt, der natürlich nicht nur auf dem Klavier zu finden ist. Ihre gute Nachricht, gestützt durch zahlreiche Verweise auf philosophische Literatur und psychologische Entdeckungen, lautet: „Glück kann man üben“. Und das glaubt man ihr gerne, zumal die erfolgreiche Pianistin und Pädagogin nicht nur den Glanz umjubelter Konzerte kennt, sondern auch die Misere des Scheiterns zwischen Talent und Selbstüberschätzung. Aber auch und gerade der Zweifel am eigenen Eigentum ist eine der Voraussetzungen für Erfolg und Glück. (…) Neben der eigenen Erfahrung von mehr als drei Jahrzehnten bei Konzerten überall in der Welt wie aus der Arbeit mit Schülern und Studenten beruft Ana-Maria Markovina sich gerne auf bekannte Künstler und Wissenschaftler, die Unzufriedenheit mit sich selbst nicht als lästige Behinderung, sondern als Motivationshilfe empfunden und beschrieben haben. „Unser Wollen muss dem Können voraus sein“, bis durch Beharrlichkeit ein Plateau erreicht sei, „auf dem sich unsere Vorstellung mit unserem Können deckt. Das ist eine wertvolle und nicht ersetzbare künstlerische Erfüllung, die leider nie lange andauert. Erstaunlicherweise sind wir in diesen Momenten völlig unabhängig von jeglichem Lob und jeglicher Anerkennung. Man könnte von Glück sprechen.“

2023 wurde Ana-Marija Markovina mit summa cum laude an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg promoviert. Die Dissertation ist unter dem Titel „Klavier-Spiel. Künstlerische Identität, Karriere und Glück“ im Staccato-Verlag im März 2023 erschienen.

Es ist eine empirische Untersuchung über das gesamte Lebensfeld von hochbegabten Pianisten in der Lebensmitte. Es geht um ihre Kindheit, Jugend, das Studium, das Berufsleben, die Strukturen des Alltags, prägende Ereignisse und ihre Ansichten über die Pianistendomäne. Markovina kommt in ihrer Forschungsarbeit zu erstaunlichen und interessanten Ergebnissen, die nicht nur die Klavierwelt, sondern auch einen großen kulturell-gesellschaftlichen Kontext betreffen und die das Verständnis des Pianistenberufs in ein neues Licht rücken.

Zusammen mit dem Musik- und Kulturpsychologen Prof. Dr. Helmut Reuter stellt Ana-Marija Markovina in der Vortragsreihe „Psychologie und Musik“ die kulturpsychologische Bedeutung von Klavierwerken im Zeitgeist vor und eröffnet damit dem Publikum eine völlig neue Perspektive auf die musikalische Interpretation und das Verständnis der Werke.

Musikalische Bildung und Meisterkurse:
Ana-Marija Markovina widmet sich mit großer Leidenschaft der musikalischen Bildungsarbeit. Ihre internationalen Meisterkurse ziehen viele Teilnehmer an. In den regelmäßigen Meisterkursen vermittelt sie ihre Kenntnisse einfühlend mit Berücksichtigung der Schülerpersönlichkeit, dem Bildungsstand und den Fähigkeiten der Studierenden. Besonderen Wert legt die Pianistin dabei auf den Aspekt allgemeinbildender Grundlagen. Sie bezieht in ihrem Unterricht immer die Grundgedanken des humanistischen Bildungsansatzes mit ein und unterstützt ihre Schüler auf dem Weg des Lernens.

Eine besondere Herzensangelegenheit Markovinas ist die Förderung des Amateurmusikertums. 2021 hat die Pianistin auf Basis ihrer umfassenden künstlerischen und pädagogischen Arbeit den Wettbewerb „Kölner Klavierzimmer“ ins Leben gerufen, der Laienpianisten eine Plattform bietet, die Vorspielen, Austausch und Begegnung mit anderen Amateuren ermöglicht.


Mehr über Ana-Marija Markovina

Fanny-Seite von Ana-Marija Markovina:

 

Booking und Kontakt Ana-Marija Markovina:
Paula Muthig
paula.muthig@ifbk.com
+49 174 9534141
Gocher Str.19, 50733 Köln